11.07.2015 15:02 0 Kommentare

Bei 40 Grad ins Nachbarland

Wurde mancherorts nur gut zwei Wochen zuvor noch murrend die Heizung hochgedreht, erlebten Deutschland und zahlreiche andere europäische Länder in den ersten Julitagen einen absoluten Hitzerekord. Schön für all diejenigen, die sich bereits auf den Weg in den Sommerurlaub gemacht haben und sich zu Fuß vom Hotel an den Strand begeben können. Für alle Autofahrer gilt, es sich im Wagen so bequem wie möglich einzurichten, bereits im Vorfeld mögliche Pannen zu verhindern suchen und auch im Ausland nicht aus Versehen in U-Haft schwitzen zu müssen.

 

Vor dem Start:

Bevor es losgeht, erweist sich eine Überprüfung einzelner Fahrzeugkomponenten stets als vorteilhaft. Insbesondere bei hohen Außentemperaturen und in den Ferien möchte im Zweifel niemand seine Zeit mit Reparaturen an seinem Kfz verbringen. Viele dieser grundlegenden Kontrollen kann auch ohne jedwede Probleme ein Laie durchführen. Und sollte sich herausstellen, dass richtig Hand angelegt werden muss, so kann man sich die Ersatzteile und Werkzeuge zunächst selbst zulegen und dann immer noch entscheiden, ob die Fahrt in die Werkstatt angetreten werden sollte. Wer sich von unten hocharbeiten möchte, der stellt am Besten zunächst sicher, dass seine Reifen das vorgegebene Profil und den erforderlichen Druck aufweisen. Als minimale Tiefe gelten hierzulande drei Millimeter als Standard für bestmögliche Sicherheit. Und was den Druck betrifft, denken Sie daran, dass bei schwerem Gepäck mehr Luft in die Reifen gelassen werden sollte als im Normalfall. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollte darüber hinaus das Reserverad überprüft und samt Wagenheber mitgeführt werden – denn auch nach einer vorherigen Überprüfung ist eine Reifenpanne natürlich nicht völlig ausgeschlossen. Dadurch bereits beim Kofferraum angekommen, führen der Weg sodann um den Wagen und der Blick unter die Kühlerhaube: Sind Batterie, Öl- und Wasserstand noch geeignet, eine länger Fahrt evtl. sogar in fremde Nationen vorzunehmen? Selbst dann kann eine Flasche des richtigen Reserveöls nicht schaden, mangelte es vor Ort an der erforderlichen Spezifikation. Der Wasserpegel hingegen sollte überall auf den richtigen Stand gebracht werden können … Apropos: Trotz Sonne auch noch einmal die Scheibenwischer checken, Schlieren bei Regen erschweren die Sicht erheblich. Wenn jetzt schließlich noch die Glühlampen im Abblend- und Blinklicht funktionieren, kann es losgehen!

 

Straßenbelag contra Hitzeeinwirkung

Des Deutschen liebstes Kind ist sein PKW, auf manch Autobahnabschnitt darf richtig aufgedreht werden, und insbesondere für die hochwertige Verarbeitung ihrer Modelle werden hiesige Kraftfahrzeughersteller über die Grenzen hinaus bewundert. Es kann ja ein Geheimnis bleiben, dass diese evtl. auch nicht immer hält, was sie verspricht. Nicht nur Fahrzeuginsassen wünschen sich freie Fahrt und Klimaanlage, auch Bordinstrumente wie Anti-Brems-Systeme und Airbags, ESP oder elektronische vollautomatische Steuerungsfunktionen versagen möglicherweise ihren Dienst, wird der Wagen über Stunden in der prallen Sonne geparkt oder im Stop-and-Go-Tempo gefahren. Setzt zudem zu schnell der Platzregen ein, kann der Temperaturumschwung im Ernstfall zu Rissen in den Platinen führen. Dass darüber hinaus die Qualität deutscher Straßen zu wünschen übrig lässt, haben die Auswirkungen der Rekordtemperaturen der letzten Tage ebenfalls gezeigt: Nicht überall hielt der Belag den Sonnenstrahlen stand, teils hat sich der Asphalt gehoben und schwere Unfälle eingeleitet. Vor allem Betongemische leiden unter extremen Witterungsbedingungen. Helfen tut hier nur eines: größeren Abstand halten und Geschwindigkeit verringern.

Auf die Straße ist es erst einmal geschafft, durch clevere Planung wurden Totalstau und Mittagshitze umgangen, und an der Grenze zum Nachbarland ging es schnell – denn es gibt sie nicht mehr, die Zollkontrollen. Wer jetzt noch vor dem Einchecken ins Hotel das kühle Bier genießen möchte, der könnte die Nacht in einem anderen Etablissement als dem gebuchten verbringen: So sollte in Italien lieber die Pasta als der Vino genossen werden: Bei 1,5 Promille gibt es nicht nur eine saftige Geldstrafe, sondern droht auch der Autoentzug: Beschlagnahme und Zwangsversteigerung sind legal, Reue käme zu spät. Auch in Dänemark verfährt man mit Verkehrssündern dieser Art auf diese Art. Zwischen Mai und Oktober bitte hier nicht mit Winterreifen fahren, und sich ans Tempolimit halten zählt zum guten Ton – und als vorausschauend, will man finanzielle Einbußen umgehen. Wer in der Schweiz ohne Führerschein unterwegs ist, dem droht im Wiederholungsfall der offizielle Entzug – und eine Wiedererteilung nicht vor Ablauf von zehn Jahren und einem bestandenen medizinisch psychologischen Gutachten. Dann doch lieber Haftstrafe? Die gibt es im Land von Heidi und Peter für Raserei. Sollten Sie gut vorgesorgt haben, haben Sie aber natürlich auch im Gefängnis nichts zu befürchten: Rücken Sie den Gitterstäben einfach mit ihren Kfz-Zangen zu Leibe!

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