16.09.2015 11:51 0 Kommentare

Ran ans Fahrwerk und rauf aufs Bike!

Nichts gegen Motorräder so, wie man sie vom Händler oder Privatverkäufer, neu oder gebraucht erwirbt … doch ein optimal auf individuelle Bedürfnisse und Körpergröße abgestimmtes und bestmöglich ausbalanciertes Fahrgestell mit 100%ig synchron laufenden Feder­elementen ist ausschließlich durch nachträgliches Fein-Tuning zu erreichen. Also ran ans Chassis – so schwer ist es nicht, und es lohnt die Mühe!

 

Das Fahrwerk nimmt bedeutenden Einfluss auf das Fahrverhalten und die Straßenlage eines Kraftfahrzeugs. Sie könne Ihren Wagen, aber auch Ihr Motorrad durch richtige Schraubeinstellungen leistungsfähiger für Kurvenfahrten machen und dadurch auf unebenen Strecken den Widerstand reduzieren. Selbst nicht-Fachmänner und -frauen können ohne Sorge selbst Hand an den Rahmen ihres Zweirads legen: Lässt man Vorsicht walten und beachtet einige Regeln, sind eine perfekte Einstellmöglichkeit und maximale Sicherheit problemlos zu erreichen! Vielleicht schaffen Sie es ja sogar, Robbie Maddison nachzueifern: Unzählige Male hat der australische Stuntman bereits auf seinem Motorrad Freestyle auf den Höhepunkt treiben können: Über die Dächer Istanbuls oder den Triumphbogen von Las Vegas ist er bereits ebenso gerast wie die Skiflugschanze von Salt Lake City hinunter; sogar über's Wasser vermochte er zu fahren auf seinem druckvollen Zweitakter. Und das alles dank geschicktem Fahrwerk-Tuning! Doch auch kleinere Brötchen machen bereits einen großen Unterschied bei Touren über Landstraßen oder Rasen über Rennstrecken. Also los!

 

Bodenfreiheit des Motorradfahrwerks verändern

Grundsätzlich werden in moderne Motorbikes qualitativ hochwertige Komponenten eingebaut, und an so gut wie allen Federelementen können heutzutage mit passenden Federspannern und verstellbaren Montagestützen bedarfsgerechte Einstellungen vorgenommen werden. Allerdings finden sich noch immer Modelle, bei denen bestimmte Anpassungen gegebenenfalls schwierig zu vollziehen sind. Widmen Sie sich daher am besten dem besonders flexiblen Gewindefahrwerk. An dieser besonderen Form des Zubehörs kann die voreingestellte Bodenfreiheit an den Federn grundsätzlich verändert werden, die Schrauben zur Höheneinstellung befinden sich am stufenlos verstellbaren Federbein. Bei einem Großteil aller Zweiräder sind die Fahrwerke an der Hinterachse angebracht: Diese beeinflusst die jeweiligen Straßenlage und gleicht eventuelle äußere Krafteinwirkungen während der Fahrt aus. Vor allem für Cross-Motorräder oder Enduro-Maschinen erweisen sich diese Schraubfahrwerke von Vorteil. In jedem Falle werden bei der Tieferlegung nach der Federeinstellung Fahrgefühl und Straßenlage beeinflusst – daher auch auf gute Reifen achten! Dann aber können Sie die verbesserte Aerodynamik und den geringeren Windwiderstand genießen und schneller beschleunigen.

 

Grunderwägungen im Vorfeld

Bevor Sie jetzt mit dem Basteln beginnen, beachten Sie, Arbeitsschutz zu tragen – nur so gehen Sie weder beim Schrauben baden, noch müssen Sie danach eines in Anspruch nehmen! Zudem sollten Sie unbedingt ausschließlich mit Spezialwerkzeugen hantieren. Denn die Produktvielfalt ist groß, und unter all den diversen Arten von Gewindefahrwerken und Maßeinheiten gewährleisten nur die passenden Kfz-Parts 100%-ige Sicherheit. Doch Sie müssen nicht unausweichlich auf die Marke Ihres Herstellers zurückgreifen. Achten Sie einfach auf das Leistungsspektrum des Gewindefahrwerks, die Spannbreite sowie Verstellbarkeit der Federn. Im Normalfall werden Sie einen hydraulischen Motorradheber benötigen, um ans Fahrwerk zu gelangen, denn der erste Schritt heißt: Räder abnehmen! Auch die richtigen Gewindeschlüssel sind für eine präzise Installation und Feinjustierung vonnöten. Und schließlich: Verkehrsvorschriften beachten! Wann immer Sie ein neues Gewindefahrwerk in ihr Motorrad einbauen, erkundigen Sie sich im Vorfeld nach dem zulässigen Höchstwert bei einer Tieferlegung. Denn bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Reglements erhalten Sie keine TÜV-Plakette, und Sie dürfen Ihr Bike nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. Es sei denn, Sie nutzen Ihren fahrbaren Untersatz ausschließlich für den Rennsport! Den Toleranzbereiches zur Einstellung der Bodenfreiheit können Sie beim Technischen Überwachungsverein erfragen.

 

Mit Gleichgesinnten schrauben

Wer es noch bequemer haben möchte, als auf einen normalen Motorradheber zurückzugreifen, dem empfiehlt sich die Nutzung einer Hebebühne. Auch für alle anderen Arbeiten am Motorrad wie Ölwechsel, Einstellung von Ventilen oder Schweißen verrosteter Auspuffrohre erweist sich eine solche Arbeitsbühne als vorteilhaft. Doch die wenigsten Biker verfügen in ihrer Garage über entsprechende Arbeitsplätze. Wer in Kiel, Hamburg oder Berlin wohnt, hat allerdings Glück: Hier finden sich Motorrad-Selbsthilfe-Einrichtungen. In großen Hallen stehen Interessenten diverse Schrauber-Plätze zur freien Verfügung. Wer Hilfe benötigt, kann eine der anwesenden Fachkräfte zu Rate ziehen. Die Montage allerdings muss man selber ausführen! Dafür findet sich für den Notfall eine Grundausstattung an Kfz-Werkzeugen zum Erwerb vor Ort. Besser aber: Zangen oder Bremsleitungen selber mitbringen! So kann in Eigenregie repariert, gewartet und geschraubt werden – und wer sich nicht sicher ist, der kann ja einfach einmal den Nachbarn einen kurzen Blick auf das neue Fahrwerk werfen lassen.

 

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