25.09.2015 12:50 0 Kommentare

Diesel nachrüsten und Zuschuss erhalten

Der Streit um den effizientesten PKW-Antrieb schwelt selbst unter Experten: Wann lohnt ein Diesel, wie kann man beim Benziner sparen, welche Vorteile bietet ein Hybrid-Motor, und wo liegen derzeit die Vorteile von Elektro-, Gas- oder Wasserstoff-Autos? Zum 1. September dieses Jahres wurden europaweit die Abgas-Regelungen für Neuwagen verschärft und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu gleichermaßen erhöhten Kosten führen. Mit der Euro-6-Norm soll eine Reduzierung des Rußpartikel- und Schadstoffausstoßes erreicht werden und damit ein weiterer Schritt in Richtung umweltfreundlich betriebener Kraftfahrzeuge getan.

 

Antriebsarten im Vergleich

Zunächst vorweg: Die Bevölkerung hierzulande ist uneins, ob Benzinern oder Dieselfahrzeugen der Vorzug gegeben werden sollte. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Jahr 2012 deutschlandweit 50,5% aller Neuzulassungen auf Benziner und 48,2% auf Diesel-PKWs ausgeführt, der Rest teilt sich in alternative Antriebsarten auf. Dies spricht dafür, dass bei der Anschaffung in erster Linie finanzielle Aspekte eine Rolle spielen; richten wir also einen Blick auf Vor- und Nachteile im preislichen Segment. Drei unabhängig voneinander durchgeführte Testverfahren wurden jeweils unter Berücksichtigung des Kaufpreises, der Versicherungssumme und Steuerhöhe sowie der ungefähren Differenz hinsichtlich der Spritkosten, aber auch dem Wertverlust, der Betriebs- und Werkstattkosten vorgenommen – und zeigen identische Resultate. Danach sind Diesel in der Regel rund 2.500 Euro teurer in der Anschaffung als vergleichbare Benziner, ebenso schlägt bei ihnen eine höhere Steuer zu Buche. Hinsichtlich der verlangten Prämien richtet sich ein Großteil der Versicherungsunternehmen nach der Marke des Kraftfahrzeugs, sodass hier im Einzelfall kalkuliert werden muss. Während der Nutzungsdauer stechen wiederum Diesel ihrer Konkurrenten aus: Obgleich moderne Benziner mittlerweile ebenfalls mit günstigen Werte aufwarten können, verbrauchen Diesel auf lange Sicht weniger Kraftstoff, die Motoren sind besonders robust und zeichnen sich durch höhere Laufleistungen aus. Ob diese Einsparungen sich im Endeffekt rechnen und die anfänglichen Nebenkosten sich dadurch amortisieren, hängt zum Großteil von der Fahrleistung ab: Im Ergebnis empfehlen die Tester all denjenigen einen Diesel, die eine hohe Laufleistung mit ihrem Wagen erreichen. Hier allerdings schwanken die Angaben zwischen einer Mindeststrecke von 20.000 bis 50.000 Kilometern pro Jahr.

 

Partikelfilter selber austauschen

Der Diesel hat es nicht leicht im momentanen Zuge des VW-Skandals. Nach Beschuldigungen der US-amerikanischen Umweltschutz-Behörde EPA soll der bekannte deutsche Autokonzern in voller Absicht die Abgaswerte von fast einer halben Million Diesel-Fahrzeugen mittels einer speziellen Software frisiert haben. Andernfalls hätten die betroffenen Wagen nach Ansicht der Ankläger die festgelegten Emissions-Limits um ein Vielfaches überschritten. Das Unternehmen zieht die Konsequenzen – nicht nur personell, sondern auch technisch, und lässt die gut 480.000 Autos in Werkstätten umrüsten. Doch auch ohne Zwang mag es sich lohnen, den eigenen Wagen hinsichtlich seines Schadstoffausstoßes ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Wer einen Diesel fährt, der kann sogar noch bis zum 1. Februar des kommenden Jahres einen Zuschuss vom Staat erhalten: 260 Euro locken all diejenigen, die ihr Auto mit einem Partikelfilter nach­rüsten lassen – oder selbst nachrüsten und sich den fachgerechten Einbau von offizieller Stelle zertifizieren lassen. Erworben werden können Partikelfilter für Dieselfahrzeuge in einer Größenordnung von um die 700 bis 1.000 Euro – je nachdem, kann durch die Prämie rund ein Drittel zurückerhalten werden. Zudem erlaubt die Reduzierung des Ausstoßes des gesund­heits­schädlichen Rußes die Einstufung des Wagens in die Abgasklasse Euro 3. Damit kann die bisherige gelbe Umweltplakette gegen die grüne eingetauscht und das Auto so auch in stark befahrenen Innenstädten gefahren und für einen höheren Preis verkauft werden. Wer die Kosten für den Einbau des Filters sparen möchte, der kann selbst Hand anlegen. Bei der Maßnahme handelt es sich um eine sogenannte Filter-Kat-Kombination, bei der die drei selbst sichernde Muttern am Lader aufgemacht werden müssen.

 

Am Besten eine gute halbe Stunde vor Beginn der Nachrüstung ein wenig Lösungsmittel aufsprühen, um den Rost zu entfernen! Sodann muss unter Berücksichtigung des Erhalts der Kraftstoffpumpe der gesamte Antriebsstrang angepasst werden. Hierzu ist vonnöten, neben dem Filter neue Dichtungen und eine neue Schelle anzubringen und ohne Spannung auszurichten. Im Einzelfall kann ein Zuschnitt der hinteren Rohrlänge erforderlich sein – was allerdings auf Anhieb zu erkennen ist – sowie ein wenig Gelenkigkeit: Der Flansch befindet sich an der engsten Stelle des Getriebes! Ist alles getan, müssen Sie sich noch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle das Formular für die Förderung zusenden lassen und dieses ausgefüllt und mit einer Fotokopie Ihres Fahrzeugscheines sowie Angabe Ihrer Kontoverbindung und der Bescheinigung seiner erfolgreichen Arbeit seitens einer Werkstatt des Vertrauens zurückschicken. Die Aktion dauert noch bis zum kommenden Jahr – es sei denn, das veranschlagte Budget ist zuvor bereits verbraucht. Also lieber schnell den Antrag stellen, ein rückwirkender Anspruch auf die ausgesetzte Prämie kann nicht erhoben werden! Wer keinen Diesel fährt, der kann um- statt nachrüsten und auf Autogas umstellen: Diese Maßnahme wird vom Staat noch bin ins Jahr 2018 subventioniert, und der Liter des zukunftsträchtigen Treibstoffes liegt derzeit bei einem Preis von ca. 80 Cent!

 

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