05.12.2014 10:17 0 Kommentare

Erste Hilfe in der Werkstatt Teil 2

Vergangene Wochen haben wir die Sicherheit und Erste Hilfe in einer Werkstatt genauer unter die Lupe genommen. Die Sicherheitsmaßnahmen und was man alles in seinem Verbandskasten haben sollte, sind also jetzt bekannt. Doch Unfälle passieren trotzdem, ganz egal, wie vorsichtig man auch sein mag. Ob Heimwerker oder Profi, wenn man mit scharfem Werkzeug, spitzen Gegenständen, Maschinen oder Gefahrenstoffen arbeitet, dann ist man immer einem gewissen Risiko ausgesetzt. Wichtig ist dabei, dass man sich im Klaren darüber ist und im Ernstfall genau weiß, was zu tun ist. Daher haben wir hier einmal unterschiedliche Unfallarten aufgezählt und den richtigen Umgang damit aufgeführt.

Schnell ist ein Unfall passiert: Sie rutschen aus, der Schraubenzieher rutscht ab, Sie verlieren das Gleichgewicht auf der Leiter oder verbrennen sich am Schweißgerät. Schnell kommt es dabei zu Verletzungen und diese wollen zeitig behandelt werden – ganz egal wie schwerwiegend sie ist. Ein guter Verbandskasten und Medikamentenschrank ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Doch was tun, wenn man sich selbst verletzt oder der Kollege von der Leiter fällt? Es ist vor allem wichtig, schnell und korrekt zu handeln, um die Schmerzen zu lindern und den Heilungsprozess in Gang zu bringen. Die wichtigste Regel ist dabei, ruhig zu bleiben. In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft und nur wer einen kühlen Kopf bewahrt, trifft in Notsituationen auch die richtigen Entscheidungen. Wir wollen im Folgenden auf einige Verletzungen hinweisen, und wie man damit umgehen sollte.

Prellungen

Bei einer Prellung kommt es zu einer Verletzung der inneren Blutgefäße. Nach dem Unfall sieht man schnell Blutergüsse unter der Haut. Außerdem kann es zu Schwellungen kommen. Die betroffene Stelle muss für mindestens 30 Minuten gekühlt werden. Das unterbindet die Schwellung und lindert auch die Schmerzen. Am besten eignet sich dafür kaltes Wasser oder Eis, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass Umschläge benutzt werden (auf gar keinen Fall auf die direkte Haut auftragen). Legen Sie das Bein oder den Arm möglichst hoch, um eine gute Durchblutung zu gewährleisten. Wenn die Schwellung nach dem Kühlen nicht besser wird und weiterhin Schmerzen verursacht, dann ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Schnittwunden

Kleine Schnittwunden sind schnell passiert. Mit einem Pflaster schützen Sie die Schnittwunde vor Schmutz oder anderen Einflüssen. Wenn man sich mit einem schmutzigen Gegenstand verletzt, oder wenn die Wunde schmutzig wird, dann sollte man die Wunde zuerst gründlich reinigen und desinfizieren. Auch muss sichergestellt werden, dass ein Tetanus-Schutz besteht, besonders wenn der Gegenstand, mit dem man sich verletzt hat, rostig war. Wenn Sie stark bluten, dann können Sie die Blutung mit einem Druckverband stoppen. Legen Sie eine Kompresse auf die Wunde und wickeln Sie eine Mullbinde drum herum. Die Mullbinde sollte zwar straff umgewickelt werden, allerdings nicht so straff, dass die Durchblutung des Körperteils behindert wird. Wenn die Wunde mehr als 1-2 cm breit oder tief ist und Gefäße, Nerven oder Sehnen verletzt wurden, dann sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Knochenbrüche

Wenn es zu einem Knochenbruch kommt, dann sollte die Körperstelle vor allem erst mal ruhiggestellt werden und man sich wenn möglich nicht bewegen. Offene Stellen können mit sterilen Verbänden verbunden werden. Sollte der Bruch geschlossen sein, dann können Sie auch hier einen kalten Umschlag zur Schmerzlinderung benutzen. Generell ist es auch hier ratsam, einen Arzt aufsuchen. Wenn es zu mehreren Brüchen gleichzeitig kommt oder zu Brüchen im unteren Körperbereich, dann macht es Sinn den Rettungsdienst zu verständigen.

Augenverletzungen

Wenn Öl, Säuren, Lack oder auch Laugen ins Auge kommen, dann sollte man sofort das Auge ausspülen. Die Spülflasche mit der dazugehörigen sterilen Augenlösung finden Sie in Ihrem Verbandskasten. Auch eine Augenmuschel kann zum Schutz des verletzten Auges angebracht werden. Wenn ein Splitter ins Auge gerät, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, ihn mit dem Finger zu entfernen. Augenklappe anlegen und sofort zum Augenarzt oder zur Klinik - damit ist nicht zu spaßen. Dasselbe gilt, wenn ein Schraubenzieher oder Ähnliches im Auge landet.

Wundpflaster, Salben und Co. – das sollten Sie dabei beachten

Pflaster helfen vor allem bei kleinen Schnittwunden und Blessuren. Bevor Sie allerdings aufgeklebt werden, sollte Sie dafür sorgen, dass die Haut sauber, desinfiziert, fettfrei und vor allem trocken ist. Sie können unterschiedlichen Arten von Pflaster erwerben:

  • normale Pflaster: für alle kleinen Schnitte und Verletzungen, wie man sie auch zu Hause kennt
  • elastische Pflaster: dehnen sich ausgezeichnet und passen sich so der Körperform an; besonders gut für Verletzungen am Knie, Ellbogen oder auch an den Fingern
  • empfindliche Pflaster: für empfindliche Haut geeignet; dünnere Klebeschicht, aber leider auch nicht so strapazierfähig wie die anderen
  • Wasser abweisende Pflaster: für feuchte Umgebungen
  • Sprühpflaster: nur geeignet, wenn die Wunde nicht blutet oder nässt; guter Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz
  • Heftpflaster: nur für die Befestigung des Verbandes geeignet

Verbände sind für die Werkstatt-Apotheke besonders wichtig. Sterile Wundkompressen sind dafür da, wenn das Pflaster zu klein ist oder die Wunde zu stark blutet. Elastische Mullbinden werden dann anschließend über den Wundkompressen gebunden. Sie können nur als Befestigungsmaterial herhalten. Ein Dreiecktuch können Sie als Druckverband oder auch zum Abbinden benutzen. In Werkstätten ist vor allem der Fingerkuppenverband sehr vorteilhaft, da man sich schnell am Finger verletzt und diese für alle Tätigkeiten braucht. Auch eine Augenklappe ist sehr wichtig und sollte ebenfalls immer vorhanden sein.

Wenn Sie sich verbrennen sollten, dann ist es nicht nur empfehlenswert Wasser auf die Wunde laufen zu lassen, sondern auch eine Brandsalbe aufzulegen. Für Schürfwunden empfiehlt sich eine Wandsalbe und Wundgel. Kühlende Kompressen und Sprays sind hervorragend bei Prellungen. Auch gibt es spezielle Salben dafür.

Wen sollte man im Notfall am besten kontaktieren?

Sie sollten immer die Rufnummern von den Spezialkliniken in Ihrer Werkstatt griffbereit haben. Viele Leute denken, dass Sie einfach den Notarzt oder die Feuerwehr anrufen können. Damit liegen sie jedoch falsch, denn diese sind dazu verpflichtet, das Opfer in die nächstgelegene Klinik zu fahren. Bei allgemeinen Beschwerden wie zum Beispiel einem Herzinfarkt ist das auch ratsam. Wenn Sie sich jedoch am Finger oder Auge verletzten, dann ist es sinnvoll, sich von einem Spezialisten behandeln zu lassen. Manch einer hätte noch alle seine Finger, wenn er von einer Spezialklinik behandelt worden wäre. Besonders Augenverletzungen schreien regelrecht nach einer Fachstation.

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