29.05.2015 08:56 0 Kommentare

Im Sommer an den Winter denken

 

Es mag zunächst ungewöhnlich scheinen, im Juni über Sommer-, Winter-, Ganzjahres- und andere Reifen zu sprechen; andererseits hat ein Blick in die Zukunft noch nie geschadet. Zudem wird das neue Modell der Herstellerfirma Hankook bereits innerhalb der kommenden Wochen der Konkurrenz einheizen und daher gerade groß gehandelt. Apropos Einheizen: Mag auch dies mehr an die kalte Saison erinnern, soll im Folgenden dennoch auch der Kraft-Wärme-Kopplung ein Blick gegönnt sein.

 

Die richtigen Reifen für das richtige Wetter

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Reifen … Aber Schnee im April und Regen im Juli macht es den europäischen Autofahrern nicht ganz einfach zu wissen, welche Räder jeweils die geeigneten sind. Nun hat der Reifenspezialist Hankook mit seinem neuesten Modell 'Kinergy S4' auf die veränderten Klimaverhältnisse reagiert. Das asymmetrische Profil besteht außen aus einem Block-Profil (Sommer), während im Innern 3D-Lamellen einem Rutschen auch auf glatten Fahrbahnen vorbeugen (Winter). Wer nicht sofort auf diese Modelle zurückgreifen, sich das halbjährliche Reifenwechseln zu Ostern und im Oktober - nach der O/O-Faustformel aber sparen möchte, der kann getrost auf normale Allwetterreifen mit M&S-Kennzeichnung und Schneeflocken-Symbol zurückgreifen. Rechtlich als Winterreifen eingestuft, können diese aufgrund ihrer optimierten Laufflächenmischung das ganze Jahr hindurchgefahren werden: Die optimale Mischung zwischen Elastizität und Steifheit bedingt ihren Ruf als bequeme Alternative vor allem für Klein- und Kompaktwagen. Einzig, wer bei schnellen Geschwindigkeiten lange Strecken zurücklegt, sollte nach Expertenmeinung weiterhin im Frühjahr und Herbst umrüsten. So sind sicherere Lenkmanöver sowie ein geringerer Verschleiß gewährleistet. Rein rechtlich und auch versicherungstechnisch jedoch kann bedenkenlos auf zertifizierte Ganzjahresreifen zurückgegriffen werden.


Beim Fahren Elektrizität erzeugen

Nachdem bereits die kommende kalte Jahreszeit ins Spiel gebracht wurde, gilt der nächste Blick der noch ferneren Zukunft – und einem anderen Reifenhersteller. Dieses Mal geht es von Südkorea in die USA – Goodyear plant im Sinne der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, Elektroautos sowohl populärer, als auch noch umweltfreundlicher zu gestalten: Speziell entwickelte Reifen sollen die Wagen aufgrund der Reibung während der Fahrt mit Energie versorgen. Produziert wird der Strom aufgrund der minimalen Verformung, die beim Bremsen oder Anfahren aufgrund des Gewichtes des Pkws entsteht. In tiefstem Schwarz gehalten, heizt sich die Textur der innovativen Kfz-Teile besonders gut auf und generiert noch schneller die erwünschte Energie. Zusätzlich kann diese dank eines thermoelektrischen Effektes auch im Stand erzeugt werden.

 

Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit soll die Erfindung eines der größten derzeitigen Mankos von E-Mobilen schließen: Die geringe Reichweite von durchschnittlich 150 km bei Kleinfahrzeugen vor einer erneuten Aufladung erführe eine Verlängerung – konkrete Zahlen liegen in diesem Zusammenhang jedoch noch nicht der Öffentlichkeit vor. Wer jetzt nicht weiß, ob er Hankook oder Goodyear den Vorzug geben soll, dem kann die Entscheidung abgenommen werden: Denn im Gegensatz zu den obigen Allwetterreifen werden die Strom erzeugenden Konkurrenten nicht nur nicht im 2. Quartal 2015 das Licht des globalen Marktes erblicken, sondern für Privatkonsumenten wohl nie. Vielmehr soll das Konzept als Grundlage für neue Ideen bezüglich zukunftsorientierter Technologien dienen und ein allgemeines, noch intensiveres Umdenken in diesem Sinne fördern.

 

Seltene Erden

Einen weiteren Nachteil von Elektroautos möchten jetzt Ingenieure aus Belgien beheben und die kostspieligen Batterien, Elektromotoren und Steuergeräte für jedermann erschwinglich gestalten. Ihre sogenannten Reluktanzmotoren benötigen keine Dauermagnete und sind daher nicht von den Ausfuhren teurer seltener Erden aus China abhängig. Stattdessen sind in die Motoren der Hybridfahrzeuge und E-Autos Eisenspulen eingearbeitet, die erst bei Stromdurchfluss magnetisch werden. Nicht nur der Preis, sondern auch der Energieverbrauch soll sich somit als geringer erweisen – und wer gerne schnell fährt und Spuren scheidet, wird doppelten Spaß haben, denn durch höhere Drehzahlen kann nach Aussagen der Erfinder wendiger über die Straßen gefegt werden. Allerdings befinden sich die Motoren noch in diversen Testverfahren, und die Realisierung des Konzeptes wird von anderen Experten als durchaus kritisch betrachtet.

 

Automotor im Heizungskeller

Und schon wieder geht es um den Winter – bzw. scheint es so. Nicht Reifen sind es allerdings dieses Mal, sondern Motoren, die ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet werden. In den USA und Japan bereits seit Jahren bewährt, soll der Automotor langsam, aber sicher auch in deutschen Mehrfamilienhäusern Einzug halten: Als Aggregat zur Erzeugung von Wärme, Strom und Warmwasser. Wird durch den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung zu viel Strom für das jeweilige Gebäude produziert, kann die überschüssige Energie ins Netz eingespeist werden. Gasmotoren wurden in dieser Hinsicht allerdings noch nicht auf ihre Eignung überprüft. Und wem auch die erstgenannte Variante noch zu kompliziert erscheint und wer schlicht und ergreifend in seiner Garage beim Basteln am Pkw nicht frieren möchte, der kann auf herkömmliche Heizkörper zurückgreifen. Aber noch ist ja glücklicherweise Sommer – oder besser: Bald soll er zumindest kommen!

 

 

 

 

 

 

 

 

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