29.02.2016 13:26 0 Kommentare

Reifen unter die Lupe genommen

Warum eigentlich wechseln?


Weshalb eigentlich nicht das ganze Jahr über mit denselben Reifen fahren? Weil speziell auf die jeweiligen Witterungsverhältnisse angepasste Modelle Ihnen Vorteile verschaffen. So verringert sich mit Winterreifen der Bremsweg auf nassen Spuren bei Temperaturen von weniger als 7°C, so dass die Ihnen diese Modelle höhere Sicherheit verschaffen. Gleichzeitig gewinnen Sommerreifen ab Überschreitung dieser Marke die Gegenüberstellung. Darüber hinaus sorgt die spezielle Mischung aus weichen Materialien und auf die Saison abgestimmten Profilgestaltungen für höhere Griffigkeit auf den Bodenbelägen. Zudem wird es aufgrund einer schnelleren Abnutzung langfristig teuer, mit jeweils 'falschen' Reifen zu fahren. Und schließlich: Im Falle eines Unfalls bleiben Sie möglicherweise auf den Kosten sitzen, denn Versicherungen zahlen in der Regel nur, werden alle ihre Vorgaben beachtet.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet …


… oder besser: wer für eine Saison die Muttern festzieht! Von Oktober bis Ostern – mit dieser Faustregel wird im Allgemeinen der richtige Zeitpunkt des zweimal jährlichen Reifenwechsels bestimmt. Wenn Sie noch Sommerreifen besitzen und Spaß daran haben, selbst an Ihrem Gefährt zu basteln, dann haben wir jetzt eine Checkliste für Sie: Einfach beachten und weiterhin viel Freude am Fahren haben!

Zuallererst: Das richtige Werkzeug bereithalten! Für den perfekten Tausch von Auto- oder Motorradreifen sind Wagenheber und Radschlüssel bzw. ein Radkreuz sowie Drehmomentschlüssel zum späteren Nachziehen unerlässlich.

Nächster Schritt: Reifen prüfen


Überprüfen können Sie die Einsatzfähigkeit und Verkehrssicherheit Ihrer Pneus zunächst manuell und mittels Sehkraft: Drücken Sie fest gegen das Gummi und schauen, ob es nachgibt – und betrachten Sie genau die Laufflächen und Seitenwände der Reifen. Sobald diese Verschleißspuren aufweisen, sollten Sie sie gegen neue austauschen. Feine Haarrisse erkennen Sie allerdings nicht mit dem bloßen Auge. Grundsätzlich wird empfohlen, sich spätestens nach sechs Jahren in jedem Fall neue Modelle zuzulegen. Auf der Flanke des Reifens erkennen Sie sein Alter: Die letzten vier Ziffern des sogenannten DOT-Codes geben Aufschluss über Woche und Jahr der Herstellung. Beispielsweise bedeutet '0115', dass der Reifen im Januar 2015 produziert wurde. Auch die Mindest-Profiltiefe können Sie ganz einfach selber messen – und zwar mit einer Ein Euro-Münze.


Stecken Sie das Geldstück in eine Vertiefung in der Reifenmitte und am Rand – ist jeweils nichts mehr vom drei Millimeter breiten goldfarbenen Rand zu sehen, können Sie problemlos mit dem Reifen fahren. Ansonsten abwägen, wie viel herausragt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttiefe liegt zwar nur bei 1,6 Millimetern, Experten raten jedoch zu zwei bzw. bei breiten Reifen sogar zu drei Millimetern mm, damit auch bei strömendem Regen genug Haftung auf dem Straßenbelag garantiert ist.

Sodann: Luftdruck testen


Wie viel Druck Ihr Reifen haben sollte, hängt ganz vom Fahrzeugtyp ab – aber auch der jeweils aktuellen Belastung. So ist es ratsam, bei schwerem Gepäck, der Mitnahme eines Wohnanhängers oder bei Motorrädern mit Beifahrern grundsätzlich ein wenig mehr Luft zuzugeben. Die Anzeige für die Normalnutzung finden Sie im Handbuch Ihres Kraftfahrzeugs, auf Aufklebern an der Türinnenseite oder im Tankdeckel; Motorradfahrer sollten sie an der hinteren Schwinge suchen. Immer gilt: Die Reifen müssen zur korrekten Überprüfung kalt sein, denn bei warmer Lufttemperatur dehnt sich das Material und verfälscht das Messergebnis. Und: Luft ablassen ist nie nötig, selbst wenn der angegebene Wert ein wenig überschritten wird! Mithilfe von per Akku betriebenen, tragbaren Druckluftpumpen sind Sie stets auf der richtigen Seite: Immer griffbereit und einfach zu bedienen, hält der Akku bei einem Durchschnittsgerät knapp 1,5 Stunden im Einsatz; Ladestation und Akku, Druckluftschlauch sowie diverse Adapter sind normalerweise im Werkzeugkoffer mit enthalten.

Es ist soweit: Reifen wechseln!


Halten Sie für den anstehenden Reifenwechsel das geeignete Werkzeug wie Radmuttern, Radkreuz,  Radschlüssel und Drehmomentschlüssel bereit. Ziehen Sie sodann die Handbremse an bzw. schalten Sie bei einer Automatik den Hebel auf 'P'. Nach dem Entfernen der Radkappe durch den Radschlüssel lockern Sie die Radmutter ein wenig und setzen den Wagenheber an, um das Fahrzeug auf die gewünschte Höhe zu hieven. Erst jetzt sollten die Radmuttern komplett abgeschraubt werden, um den alten Reifen abnehmen zu können und das neue Rad aufzusetzen. Jetzt können schon wieder alle Radmuttern fest angezogen und der Wagen auf den Boden gelassen werden. Radmuttern wieder anziehen: Fertig! Nach gut 50 km nochmals die Radschrauben mit dem Drehmomentschlüssel nachziehen und den aktuellen Reifendruck noch einmal kontrollieren.

Nach- bzw. Vorbereitung auf die (über-)nächste Saison


Auch, wenn es schon gen Frühling geht, noch an die Winterreifen denken: Es wird Ihnen selbst  zupasskommen, sobald der erneute Wechsel ansteht! Markieren Sie mit Kreide die einzelnen Räder, um zu wissen, welches später wieder vorne und hinten bzw. rechts und links montiert werden muss. Befreien Sie sie darüber hinaus von Dreckspuren, bevor Sie sie aufhängen, übereinander stapeln oder flach auf ein Lattenrost legen. In jedem Falle kühl und trocken und ohne direkte Sonneneinstrahlung lagern! Höhere Temperaturen als 20°C schaden dem Gummi. Und sollten die Reifen ohne Felgen aufbewahrt werden, drehen Sie sie ab und zu auf die jeweils andere Seite, um einseitigen Verformungen entgegenzuwirken.
 

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