09.10.2015 15:54 0 Kommentare

Statt Frühjahrsputz: Herbstcheck für Ihr Auto!

Statt Frühjahrsputz: Herbstcheck für Ihr Auto!


Lebkuchen im Supermarkt, Regentropfen auf Fensterbrettern, Mäntel in den Auslagen der Modegeschäfte: Der Winter naht. Und damit die Aussicht auf eine erschwerte Sicht bei früher Dunkelheit, nasses Laub auf den Straßen und unsichere Verkehrsteilnehmer. Zudem mehren sich Verkehrsstaus während der Herbst- und Weihnachtsferien: Skifahren zählt zu den beliebtesten Urlaubsarten der Deutschen, und ein Großteil von ihnen begibt sich mit dem Auto ins Pistengebiet. Auf der Autobahn an keine Baustelle zu geraten, ist nur durch GPS und Verkehrsfunk zu bewerkstelligen. Damit zumindest Ihr Kraftfahrzeug nicht selbst zu einer Baustelle wird, können Sie selbst durch einen einfachen Check die wichtigsten Funktionen Ihres Wagens auf deren Gebrauchsfähigkeit überprüfen.

 

Überprüfung

Abgesehen vom Wechsel der Sommer- zu den Winterreifen, sollten weitere Aspekte beachtet werden. Man muss kein Hobby-Bastler sein, um die folgende Kontrolle selbst vornehmen zu können. Wer unsicher ist, der kann natürlich die professionelle Hilfe einer Werkstatt in Anspruch nehmen. Doch mit ein wenig Geschick, ist man selbst Herr der Lage - die benötigten Teile gibt es günstig und hochqualitativ im Internet. Hier die Checkliste zur Winter-Tauglichkeitsüberprüfung Ihres Transportmittels:

 

1) Batterie

Natürlich können Sie sich ein Batterietestgerät zulegen, nötig ist dies jedoch nicht. Schalten Sie einfach die Zündung ein und dann alle Verbraucher wie Beleuchtung, Gebläse, Radio oder Heckscheibenheizung. Haben Sie das Gefühl, dass der Anlasser jetzt bereits langsamer dreht oder nicht alles sofort einwandfrei anspringt, sollten Sie die Batterie Ihres Wagens befüllen, aufladen oder gleich ganz erneuern.

 

2) Aufladen per Startkabel

Sie können mittels Starthilfekabeln und einem Zweitwagen die flache Batterie wieder aufladen. Die Kabel sollten nach der Norm DIN 72 553 oder ISO 6722 zertifiziert sein, das Vorhandensein einer Schutzschaltung ist keine unbedingte Voraussetzung. Allerdings sollten sie möglichst biegsam sein - je dicker die Drähte gewickelt sind, desto weniger flexibel ist das Isoliermaterial, das sich bei Kälte nochmals weiter verhärtet. Die Pol-Zangen müssen aus Kunststoff bestehen, um im Falle einer Berührung mit Metallteilen einen Kurzschluss zu verhindern – einzig die Spitzen der Kontaktenden selbst sind aus Metall gefertigt. Verbinden Sie zunächst mit dem roten Starthilfekabel die Pluspole und sodann mit dem schwarzen Minuspol und Motorblock. Auf keinen Fall verwechseln! Danach zuerst den Motor des funktionstüchtigen Wagens starten, dann den anderen. Sobald dieser anspringt, das schwarze und danach das rote Kabel entfernen und eine mindestens dreißigminütige Autofahrt unternehmen. Achtung: Eine Nutzung des Zigarettenanzünders wird nicht empfohlen!

 

3) Frostschutzmittel 

Frostschutzmittel müssen in der Scheibenwischanlage nachgefüllt werden. Das erweist sich als völlig problemlos. Einmal mehr hinschauen sollte man beim Motorwasser: Es muss kein destilliertes Wasser sein, wie von manchen Herstellern empfohlen; der Kühlkreislauf Ihres Wagens wird beides annehmen, sobald Sie Frostschutzmittel hinzufügen. Dieses sollte allerdings in jedem Falle bis zu -30°C ausgewiesen sein. Zudem hängt vom Wagentyp und Material der eingebauten Fahrzeugkomponenten ab, zu welchem Produkt Sie greifen sollten. Die Informationen finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Kraftfahrzeuges. Auf den Flaschen ist das Mischungsverhältnis von Wasser und Frostschutzmittel aufgedruckt, am Ausgleichsbehälter im Motorraum geben zwei Füllstandsmarkierungen Auskunft über den Flüssigkeitsstand bei kaltem (unten) sowie bei warmem Motor (oben). Am Besten zuerst das gesamte Wasser ablassen, dann die neue Mischung einfüllen und nach dem Starten warten, bis der Wagen seine Betriebstemperatur erreicht hat. Denn erst dann wird auch der zweite Kühlwasserkreislauf freigegeben. Nun können Sie die Heizung anschalten und abwarten, bis es im Ausgleichsbehälter nicht mehr blubbert und er somit frei von Luft ist. Die alte Kühlflüssigkeit kann ohne vorhandenes Ablassventil durch den am unteren Behälter angebrachten Wasserschlauch abgelassen werden, indem das Schlauchband abgezogen wird. Doch bitte unbedingt beachten: Die alte Kühlflüssigkeit darf nicht einfach in die Kanalisation gekippt, sondern muss vielmehr umwelt- und fachgerecht entsorgt werden!

 

4) Heizung

Zwar zeigen moderne Fahrzeuge über einer Kontrollleuchte im Display einen zu geringen Flüssigkeitsstand an, doch eine regelmäßige Selbstkontrolle am Kühlmittelausgleichbehälter ist sicherer. Testen Sie Kühlmittel und Füllstand bei kaltem Motor. Scheint alles in Ordnung, doch zeigt die Temperaturanzeige dennoch eine Warnung an, könnte der Thermostat defekt sein. Den Temperaturfühler testen Sie, indem Sie die beiden Stecker zusammenführen und dann den Motor laufen lassen, bis er warm ist. Funktioniert die Heizung einwandfrei, muss der Fühler ausgetauscht werden, wird der Motor nicht warm, ist das Thermostat defekt und sollte ausgetauscht werden. Achtung: Beim Herausschrauben der eingebauten KFZ-Komponenten läuft Kühlflüssigkeit aus – einfach wie oben angegeben nachfüllen!

 

5) Scheibenwischer

Die Scheibenwischer sollten die Windschutz- und Heckscheibe streifenlos sauber halten. Kontrollieren Sie das Gummi auf kleinste Risse oder Verunreinigungen. Ist die Wischerlippe verhärtet, sollten Blatt oder Gummi ausgetauscht werden.

 

6) Lack, Gummidichtungen und Unterbodenschutz:

Bei vorhandenen Steinschlagschäden rentiert es sich, die Stellen mit Lack und zusätzlicher Politur abzudecken, um die Karosserie vor Salz und Tauwasser zu schützen. Behandeln Sie Tür-, Kofferraum- und Motorhaubendichtungen mit Gummipflegemitteln wie Glyzerin: Dadurch vermeiden Sie, dass die Klappen einfrieren. Auch ein abgeplatzter Unterboden sollte vor Korrosion und Streusand geschützt werden.

 

Was Sie noch im Auto haben sollten:

- Reserverad – ebenfalls ein Winterreifen mit ausreichend Profil und Luftdruck

- Schneeketten bei Fahrten in schneeige Höhen, aber Achtung: Anlegen vorher üben!

- Eiskratzer und Handfeger: Letzteren am besten nicht im Auto aufbewahren, damit bei der  Erstöffnung der Tür kein Schnee auf den Sitz fällt.

- apropos Türöffnung: Auch das Enteisungsspray für Türschlösser nützt im Innenraum Ihres Wagens wenig!  

- für alle Fälle: eine warme Decke sowie ein Verbandskasten

 

Ein letzter Tipp:

Benzin sparen Sie durch das Entfernen von unnötigem Ballast. Neben dem geringeren Verbrauch werden dadurch auch Reifen und Fahrwerk weniger beansprucht. Die oben erwähnten Schneeketten also nur mitführen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Entrümpeln Sie Ihren Kofferraum und packen Sie nur das Nötigste ein. Und schließlich: Putzen Sie vor der Fahrt Ihre Wagenfenster – hierbei auch an die Innenseite der Windschutzscheibe denken. In diesem Sinne ist der Herbstcheck also doch ein Frühjahrsputz! Gute Fahrt!

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